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Was ist anders beim Ecodesign?

Unsere Design-Teams legen nicht nur Wert auf Funktionalität und Qualität, sondern auch auf eine umweltschonende Produktion. Um dies zu erreichen, wenden wir den Ecodesign-Ansatz an.

Beim Ecodesign wird der Aspekt einer umweltschonenderen Herstellung bereits in die Konzeptionsphase integriert, und zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Produktlebenszyklus.

Ganz konkret geht es darum, Möglichkeiten zu finden, um die Umweltauswirkungen während der gesamten Produktlebens zu reduzieren, die Lebensdauer zu verlängern oder die Produkte reparierbar zu machen.

Ein Ecodesign-Produkt muss dabei natürlich dieselben Funktionen erfüllen wie das Vorgängermodell, im Vergleich dazu aber umweltschonender produziert werden. Ein Ecodesign-Laufshirt ist in erster Linie ein funktionales Laufshirt!

Der Produktlebenszyklus

Der Produktlebenszyklus durchläuft die folgenden Phasen:

Die Ecodesign-Kriterien

Die Regeln für das Ecodesign sind klar definiert. Die betreffenden Produkte müssen eines dieser beiden Kriterien erfüllen:‌

  1. Allgemeine Kriterien

    Die Umweltauswirkungen des Produkts müssen bei mindestens zwei der folgenden Indikatoren um mindestens 10 % verringert sein im Vergleich zum Vorgängermodell: Klimawandel, Luftqualität, Ressourcenverknappung und Überdüngung von Gewässern (Eutrophierung).‌ <b>ODER: Die Langlebigkeit des Produkts wurde um mindestens 30 % verlängert.</b> <b>ODER: 80 % der Brüche und Defekte sind reparierbar.

  2. Spezifische Kriterien: Materialien & Prozesse

    Es müssen umweltfreundlichere Materialen oder Prozesse zum Einsatz kommen: Mindestens 70 % des Produktgewichts aus recyceltem Polyester, mindestens 90 % des Produktgewichts aus Bio-Baumwolle, wasserschonendere Färbeprozesse, recycelter Kunststoff, recycelter Gummi, Verzicht auf Palmöl, Verzicht auf Blei, Einsatz von öko-alternativen Rohstoffen.

Materialanforderungen und Bewertungskriterien nach internationalem Standard

Seit Ende 2021 verwenden wir Baumwolle ausschließlich aus nachhaltigeren Quellen: 70,8 % BCI Cotton, 16 % Bio-Baumwolle, 13,2 % Recycling-Baumwolle.

Beim Recycling-Polyester konnten wir ebenfalls Erfolge verbuchen: So konnten wir diesen Anteil von 26 % in 2020 auf 40,4 % in 2021 steigern. Da wir uns bewusst sind, dass noch viel zu tun bleibt, um diese Umweltauswirkungen zu verringern, sind wir entschlossen, weiterhin für Veränderungen einzutreten.‌

Die größten Hürden liegen heute in der Bewertung unserer Produkte und Materialien, insbesondere im Hinblick auf die Auswahl alternativer Materialien. Wir müssen sicher sein, dass ein Material, das ein anderes ersetzen soll, weniger umweltschädigend ist. Hierfür verlassen wir uns auf Studien und externe Tests, deren Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit gewährleistet sein müssen.‌ Unsere Produkte müssen zahlreiche technische und qualitative Anforderungen erfüllen. Die Alternativen auf dem Markt sind teilweise nicht ausgereift genug für unsere Bedürfnisse. Zum Beispiel verwenden wir Bio-Baumwolle für einige unserer Produkte, deren Anbau jedoch weniger ertragreich ist. Infolgedessen ist die Verfügbarkeit von Bio-Baumwolle auf dem Markt geringer als die von konventionell angebauter Baumwolle.‌ Heute gibt es mehr als 500 Ecodesign-Produkte in unserem Sortiment. Sie machen jedoch nur einen kleinen Teil unseres Angebots aus. Die DECATHLON-Teams sind sich der Herausforderungen des Klimas und der Ressourcenerschöpfung bewusst und streben an, dass bis zum Jahr 2026 100 % ihrer Produkte nach dem Ecodesign-Ansatz entworfen werden.

Bewertung der Umweltauswirkungen und Festlegung der Ecodesign-Kriterien

Seit 2009 arbeitet DECATHLON an der Umweltbewertung seiner Produkte. Um eine möglichst genaue Berechnung zu erhalten, braucht es ein effizientes Werkzeug, zuverlässige Berechnungsregeln und repräsentative Datenbanken, um die Prozesse mit den größten Auswirkungen zu identifizieren. Anhand dieser Daten können Designer:innen und Einkäufer:innen dann die besten Entscheidungen in Bezug auf Materialien, Verfahren und Lieferanten treffen. Für 2021 wurde der Wechsel des Tools zur Berechnung der Auswirkungen von Produkten als Priorität festgelegt. Zur Durchführung seiner Umweltbewertungen arbeitet DECATHLON nun mit Glimpact zusammen, einem Unternehmen, das die unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission entwickelte Methode des Product Environmental Footprint (PEF) anwendet. Dieses neue Instrument ermöglicht es, durch Normierung und Gewichtung von sechzehn Wirkungskategorien (CO2-Fußabdruck, Nutzung von Wasserressourcen, Feinstaubemissionen usw.) eine zuverlässige und vergleichbare Bewertung zu erhalten. Dank Glimpact entsprechen die Berechnungen von DECATHLON nun der fortschrittlichsten Methode der Lebenszyklusanalyse in Europa.

Parallel zum Wechsel des Tools haben die Teams ihre Teilnahme am europäischen Projekt Product Environmental Footprint Category Rules (PEFCR), das von der Sustainable Apparel Coalition geleitet wird. Das Projekt zielt darauf ab, Regeln für die Messung der Umweltauswirkungen für jeden Produkttyp im Bekleidungs- und Schuhsektor zu definieren. DECATHLON tauscht sich auch weiterhin mit den Institutionen Frankreichs und der EU aus, um die Notwendigkeit einer globalen Governance der Datenbanken zu unterstreichen, die zur Berechnung der Auswirkungen der auf dem europäischen Markt verkauften Produkte verwendet werden.